• Imprint
  • About
  • About

    abc art berlin contemporary 2010
light camera action 

Im Diskurs um gegenwärtige Tendenzen und dem Mut 
zum Experiment entwickelte sich vor drei Jahren die 
abc art berlin contemporary als freies Format zwischen 
Ausstellung und Galerie-Event. Initiatoren sind die 
Gründer des jährlich im Mai statt findenden Gallery 
Weekends. Wie bereits in den vorhergehenden Jahren 
ist abc wieder der Ort, an dem zum Berliner Kunstherbst 
nicht nur herausragende Positionen der Gegenwartskunst  
zusammengeführt werden, sondern darüber hinaus Fragen 
nach speziellen Entwicklungen der Kunst, nach Entwick-
lungen der Kunstdiskussion und nach Aspekten des 
Marktes zugespitzt werden. Unter dem Titel „light camera 
action“ widmet sich abc deshalb in diesem Jahr der 
komplexen Frage nach dem Einfluss des Filmischen in der 
Kunst. Kuratiert wird die Ausstellung von dem in Berlin 
lebenden Kurator, Kritiker und Filmwissenschaftler 
Marc Glöde.

    Gerade in den vergangenen 15 Jahren, also ungefähr 
seit dem 100 jährigen Jubiläum des Films, ist erkenn-
bar geworden, wie sehr der Film mit der Kunstproduk-
tion verwoben ist und wie stark der Einfluss des Films 
auf die anderen Künste gewesen ist. Dies wird nicht 
nur anhand der in internationalen Ausstellungen zu 
verzeichnenden ständig zunehmenden Anzahl an fil-
mischen Installationen und Projektionen deutlich, 
sondern darüber hinaus auch durch die Resonanz in 
Bezug auf das Filmische in anderen Medien. So zeigen 
sich beispielsweise Fragen nach filmischer Narration in 
Dia-Projektionen, der Aspekt der Inszenierung in der 
Fotografie oder der Film als kontinuierlicher Auseinan-
dersetzungspunkt in der Performance. Darüber hinaus 
haben zahlreichen künstlerischen Fragestellungen 
ebenso erneut die dem Film eigenen skulpturalen und 
performativen Dimensionen hervortreten lassen.

    Man kann insofern nicht nur sagen, dass der Film neben 
klassischen Künsten wie Malerei und Skulptur zu einem 
festen Bestandteil künstlerischer Diskurse geworden ist, 
der aus der alltäglichen Kunstpraxis nicht mehr wegzu-
denken ist – vielmehr muss festgestellt werden, dass 
sich gerade durch das Filmische neue Dynamiken in Be-
zug auf das Verständnis von Kategorien wie Bild, Raum 
und Performativität entwickeln konnten.

    Angesichts dieser Entwicklungen ist es in diesem 
Jahr das Ziel von abc, nicht erneut eine Ausstellung 
zu präsentieren, die den Film als Kunstform im Muse-
um zeigt und dabei schlussendlich in einer endlosen 
Reihe von Black Boxes mündet. Stattdessen muss es 
darum gehen hervorragende internationale Produkti-
onen zu präsentieren, die sich mit der Komplexität der 
Frage des Filmischen beschäftigen. Es wird heutigen 
Ansprüchen nicht mehr gerecht verschiedene Dis-
kurse in einer mono-medialen Art und Weise gegen-
überzutreten. Im Gegenteil: es gilt einem ästhetischen 
Phänomen wie das Filmische in seiner Vielfältigkeit zu 
präsentieren und so immer wieder neu entstehende 
dynamische Wechselwirkungen erkennbar machen.
Das Feld der künstlerischen Positionen ist deshalb 
weit gestreckt und reicht von klassischen Projektionen
über Film-Happenings bis hin zu Videos, Projektions-
Installationen, Collagen, Fotografien, Lichtskulpturen
und Performances.

    Indem sich alle der gezeigten Arbeiten immer wieder 
mit Fragen der Bewegung, des Lichtes oder des Per-
formativen in all seinen Koloraturen widmen, umkreis-
en sie ein Feld ästhetischer Auseinandersetzung. So
 zeigt sich, dass die Frage des Films neben anderen 
Medien bereits seit langer Zeit künstlerischen Denkens 
und künstlerischer Produktion ist. In diesem Sinne 
setzt abc im Jahr 2010 einmal mehr neue Maßstäbe im 
Hinblick auf die Thematisierung und damit Annährung 
an ästhetischen Diskursen.